So ist Robin Burmeister die Betriebsnachfolge gelungen

Viele junge Handwerkerinnen und Handwerker träumen davon, irgendwann einen eigenen Betrieb zu führen. Doch was passiert, wenn sich diese Chance bereits mit Anfang 20 bietet? Robin Burmeister stand genau vor dieser Situation. Heute führt er die Glaserei Manske in Bad Bramstedt erfolgreich in die Zukunft und hat aus einem traditionellen Handwerksbetrieb ein wachsendes Unternehmen entwickelt.

Vom Landesbesten zum Betriebsnachfolger

Dass Robin Burmeister einmal eine Glaserei übernehmen würde, war keineswegs vorgezeichnet. Vor seiner Ausbildung wusste er nicht einmal genau, was ein Glaser macht. Klar war für ihn nur: Seine Zukunft liegt im Handwerk.

Die Ausbildung schloss er als Landesbester ab, wenig später folgte die Meisterschule 600 Kilometer von zu Hause entfernt. Mit gerade einmal 20 Jahren hielt er seinen Meisterbrief in den Händen. Was ihm fehlte, war Berufserfahrung.

Nach der Meisterschule arbeitete er zunächst weiter in seinem Ausbildungsbetrieb. Sein Engagement auf der Baustelle und im Büro kam jedoch nicht überall gut an. Als sich das Arbeitsklima zunehmend verschlechterte, orientierte er sich neu. Über einen Kollegen wurde er auf die Glaserei Manske aufmerksam, deren Inhaber bereits seit zehn Jahren nach einer Nachfolge suchte.

Sein damaliger Chef gab ihm dabei folgende Worte mit auf den Weg:

Du ganz ehrlich Robin. Also da sind schon ganz andere auf den Bauch gefallen. Und egal, was du vor hast: Das wird sowieso nichts.

Ein Traditionsbetrieb mit Zukunft

Davon ließ sich Robin nicht entmutigen. Bevor er die Entscheidung traf, arbeitete er ein halbes Jahr im Betrieb mit. Schnell merkte er: Die Chemie stimmt.

Die Glaserei Manske blickte auf eine mehr als 150-jährige Geschichte zurück und verfügte über einen treuen Kundenstamm. Gleichzeitig bot sich die Chance, eigene Ideen einzubringen und den Betrieb weiterzuentwickeln.

Die größte Hürde: Robin war erst 22 Jahre alt und verfügte über kein eigenes Kapital. Unterstützung erhielt er von der Handwerkskammer. Gemeinsam mit Beratern, Steuerberater und Notar wurde ein tragfähiger Businessplan entwickelt. 2014 gelang schließlich die Übernahme.

Vom Handwerker zum Unternehmer

Mit der Selbstständigkeit begann die eigentliche Herausforderung. Robin versuchte zunächst, alles selbst zu erledigen: Kunden betreuen, Angebote schreiben, Baustellen organisieren und Mitarbeitende führen. Das funktionierte nicht lange.

Seine Mutter unterstützte ihn im Büro, neue Mitarbeitende kamen hinzu und der Betrieb begann zu wachsen. Doch mit rund neun Beschäftigten stellte Robin fest, dass sämtliche Entscheidungen über seinen Schreibtisch liefen.

Er begann, Verantwortung abzugeben, Prozesse aufzubauen und sich stärker auf die Unternehmensentwicklung zu konzentrieren. Seine Schwerpunkte liegen inzwischen in den Bereichen Strategie, Controlling, Marketing und Mitarbeiterführung.

Heute sehe ich mich primär als Unternehmer, nicht mehr ausschließlich als Handwerker.

Was können wir daraus lernen?

Heute beschäftigt die Glaserei Manske rund 20 Mitarbeitende. Für die Zukunft verfolgt Robin das Ziel, den Betrieb weiter wachsen zu lassen.

Seine wichtigsten Empfehlungen für angehende Unternehmerinnen und Unternehmer:

  • Mutig sein und neue Herausforderungen annehmen.
  • Unterstützung durch Handwerkskammern und Beratungsangebote nutzen.
  • Mitarbeitende einstellen, die die Werte des Unternehmens teilen.
  • Verantwortung frühzeitig delegieren.
  • Die Finanzen jederzeit im Blick behalten.

Seine Geschichte zeigt: Eine erfolgreiche Betriebsübernahme hängt nicht vom Alter ab, sondern von Mut, Lernbereitschaft und der Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen.

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FAQ: Betriebsnachfolge im Handwerk

Ab welchem Alter kann man einen Handwerksbetrieb übernehmen?

Grundsätzlich gibt es kein Mindestalter für die Betriebsübernahme, solange die rechtlichen und fachlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Robin Burmeister übernahm die Glaserei Manske bereits mit 23 Jahren. Entscheidend sind weniger das Alter als die Bereitschaft, Verantwortung zu übernehmen und unternehmerisch zu denken.

Kann man einen Betrieb auch ohne eigenes Kapital übernehmen?

Ja. Viele Betriebsübernahmen werden mit Unterstützung von Banken, Förderprogrammen oder öffentlichen Beratungsangeboten finanziert. Robin Burmeister nutzte die Unterstützung der Handwerkskammer, um einen Businessplan zu erstellen und die Finanzierung der Übernahme vorzubereiten.

Welche Unterstützung gibt es bei einer Betriebsnachfolge im Handwerk?

Handwerkskammern, Steuerberater, Unternehmensberater und Notare begleiten Betriebsübernahmen häufig von Anfang an. Sie unterstützen beispielsweise bei der Unternehmensbewertung, der Finanzierung und der Erstellung eines Businessplans.

Was sind die größten Herausforderungen bei einer Betriebsübernahme?

Zu den häufigsten Herausforderungen zählen die Finanzierung, die Mitarbeiterführung, die Organisation des Betriebs und die Übernahme von Verantwortung. Viele Nachfolgerinnen und Nachfolger müssen außerdem lernen, Aufgaben zu delegieren und sich von der Rolle der Handwerkerin/ des Handwerkers zur Rolle der Unternehmerin/ des Unternehmers zu entwickeln.

Wie findet man einen Betrieb zur Übernahme?

Betriebsnachfolgen entstehen häufig über persönliche Netzwerke, Handwerkskammern, Innungen oder Nachfolgebörsen. Auch Social Media und Veranstaltungen für Handwerksbetriebe gewinnen zunehmend an Bedeutung, um Nachfolgerinnen und Nachfolger und Betriebsinhaberinnen und -inhaber zusammenzubringen.

Welche Rolle spielt Führung bei einer Betriebsnachfolge?

Eine erfolgreiche Betriebsübernahme erfordert nicht nur fachliches Können, sondern auch Führungskompetenz. Mitarbeitende erwarten Orientierung, klare Entscheidungen und Kommunikation. Viele Nachfolgerinnen und Nachfolger profitieren deshalb von Coachings oder Weiterbildungen im Bereich Unternehmensführung.

Wie wichtig ist die Unternehmenskultur bei einer Betriebsübernahme?

Sehr wichtig. Gemeinsame Werte wie Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit und Verantwortungsbewusstsein fördern die Zusammenarbeit im Team. Nach den Erfahrungen von Robin Burmeister sind Fehlbesetzungen oft weniger ein fachliches als ein menschliches Problem.

Warum ist Sichtbarkeit für Handwerksbetriebe wichtig?

Sichtbarkeit hilft dabei, neue Kunden, Fachkräfte und potenzielle Nachfolgerinnen und Nachfolger zu erreichen. Wer regelmäßig Einblicke in seinen Betrieb gibt – beispielsweise über Social Media oder die eigene Website – steigert die Attraktivität des Unternehmens und erhöht die Chancen auf eine erfolgreiche Nachfolge.

Was sollten junge Meisterinnen und Meister vor der Selbstständigkeit beachten?

Wichtig sind eine realistische Finanzplanung, ein starkes Netzwerk, unternehmerisches Grundwissen und die Bereitschaft, kontinuierlich dazuzulernen. Niemand startet mit vollständigem Wissen – viele Kompetenzen entwickeln sich erst in der Praxis.

Lohnt sich die Selbstständigkeit im Handwerk?

Für viele Handwerkerinnen und Handwerker bietet die Selbstständigkeit die Möglichkeit, eigene Ideen umzusetzen, Mitarbeitende zu entwickeln und die Zukunft eines Unternehmens aktiv zu gestalten. Gleichzeitig bringt sie Verantwortung und unternehmerische Risiken mit sich, die gut vorbereitet werden sollten.

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