Viele Betriebsinhaber investieren heute in digitale Prozesse. Angebote werden per Software erstellt, Kundendaten digital verwaltet, Termine online geplant und Rechnungen elektronisch versendet. Diese Digitalisierung spart Zeit und macht Betriebe effizienter. Sie schafft aber auch neue Risiken.

Cyberangriffe treffen längst nicht mehr nur große Konzerne. Auch kleine und mittlere Unternehmen sowie Handwerksbetriebe geraten zunehmend ins Visier von Kriminellen. Der Grund ist einfach: Viele Betriebe verfügen nicht über eigene IT-Abteilungen, sind aber gleichzeitig stark von funktionierenden digitalen Systemen abhängig.

Gerade junge Unternehmerinnen und Unternehmer sollten sich deshalb frühzeitig mit dem Thema Cybersicherheit beschäftigen. Wer einen Betrieb übernimmt oder neu aufbaut, denkt häufig zuerst an Kunden, Mitarbeiter, Maschinen und Wachstum. Die Frage „Was machen wir eigentlich, wenn wir Opfer eines Cyberangriffs werden?“ wird dagegen oft erst gestellt, wenn es bereits zu spät ist.

Die 3 wichtigsten Schritte nach einem Cyberangriff

Ein Cyberangriff kann den Betriebsablauf erheblich beeinträchtigen: Systeme könnten ausfallen, Daten verschlüsselt oder unzugänglich werden und der Geschäftsbetrieb zum Erliegen kommen. In solch einer Situation ist es wichtig, strukturiert und ruhig vorzugehen, denn unüberlegte Handlungen können die Lage verschlimmern.

Ein verlässlicher Partner an Ihrer Seite stellt dabei eine wichtige Unterstützung dar. Für Unternehmer, die mit dem SI Cyberschutz von SIGNAL IDUNA vorgesorgt haben, existiert ein klarer Prozess, um die Auswirkungen zu begrenzen und den Betrieb schnellstmöglich wieder aufzunehmen.

Sollte Ihr Unternehmen Ziel eines Angriffs werden, ist ein schnelles und systematisches Vorgehen erforderlich. Beachten Sie dabei die folgende Reihenfolge:

1

Systeme umgehend isolieren:

Trennen Sie alle betroffenen IT-Systeme vom Netzwerk und dem Internet. Wichtig ist hierbei, die Systeme nicht herunterzufahren. So lässt sich eine weitere Ausbreitung der Schadsoftware verhindern und es gehen keine digitalen Spuren verloren, die für die Analyse des Vorfalls benötigt werden.

2

Keine Verhandlungen mit Angreifern führen:

Es wird dringend davon abgeraten, auf Lösegeldforderungen einzugehen. Eine Zahlung bietet keine Garantie für die Wiederherstellung Ihrer Daten. Oftmals folgen weitere Forderungen oder die Daten bleiben trotz Zahlung unbrauchbar.

3

Notfall-Hotline kontaktieren:

Rufen Sie umgehend die 24/7-Notfall-Hotline des SI Cyberschutz an. Die Telefonnummer finden Sie in Ihren Vertragsunterlagen. Dieser Anruf initiiert die professionelle Unterstützung durch unsere Experten.

Gemeinsam handeln: Professionelle Unterstützung durch Partner

Nach Ihrem Anruf bei der Notfall-Hotline beauftragt SIGNAL IDUNA den spezialisierten IT-Partner Perseus. Das Expertenteam von Perseus unterstützt Sie bei der Bewältigung der Situation in mehreren Phasen:

IT-Forensik & Krisenmanagement:
Die Spezialisten analysieren den Angriff, identifizieren die Sicherheitslücke und sichern die digitalen Spuren. Gleichzeitig entwickeln sie einen strategischen Plan zur Wiederherstellung Ihres Betriebs.
Systemwiederherstellung:
Perseus hilft Ihnen aktiv, Ihre Systeme von der Schadsoftware zu bereinigen und Ihre Daten sicher aus Backups wiederherzustellen.
Rechts- und PR-Unterstützung:
Weitere Partner unterstützen Sie dabei, gesetzliche Meldepflichten (z. B. nach der DSGVO) einzuhalten und die Kommunikation gegenüber Kunden sowie der Öffentlichkeit zu gestalten, um den Reputationsschaden zu begrenzen.

Während Perseus die technische Wiederherstellung koordiniert, steht SIGNAL IDUNA Ihnen als Versicherer zur Seite und deckt die finanziellen Folgen ab. Übernommen werden unter anderem die Kosten für IT-Forensik, Datenwiederherstellung, Rechtsberatung sowie der entstandene Betriebsunterbrechungsschaden.

Mit dem SI Cyberschutz erhalten Sie eine umfassende Partnerschaft für den Ernstfall, die weit über eine reine Kostenübernahme hinausgeht.

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FAQ - Fragen und Antworten auf einen Blick

Was ist der allererste Schritt bei einem Cyberangriff im Handwerksbetrieb?

Die sofortige Schadensbegrenzung. Trenne betroffene Computer und Server umgehend vom Netzwerk (LAN-Kabel ziehen / WLAN ausschalten), aber fahre die Geräte nicht herunter. Durch das Ausschalten könnten flüchtige Beweise im Arbeitsspeicher gelöscht werden, die für die spätere Forensik wichtig sind.

Wann muss ein Cyberangriff im Handwerk gemeldet werden?

Wenn durch den Angriff personenbezogene Daten (z. B. Kundendaten, Mitarbeiterdaten, Kontoverbindungen) gefährdet, gestohlen oder verschlüsselt wurden, musst du den Vorfall innerhalb von 72 Stunden bei der zuständigen Datenschutzbehörde melden. Bei Erpressung (Ransomware) sollte zudem sofort Anzeige bei der Polizei (ZAC – Zentrale Ansprechstelle Cybercrime) erstattet werden.

Sollte man bei einer Ransomware-Attacke das Lösegeld bezahlen?

Nein, IT-Sicherheitsexperten und die Polizei raten strikt davon ab. Es gibt keine Garantie, dass die Kriminellen die Daten nach der Zahlung wirklich entschlüsseln. Zudem finanziert das Lösegeld weitere Angriffe und macht deinen Handwerksbetrieb als „zahlungsbereit“ attraktiv für zukünftige Cyberattacken.

Wer hilft einem Handwerksbetrieb im Falle eines Cyberangriffs?

Die wichtigsten Ansprechpartner im Notfall sind:

  1. Dein IT-Dienstleister: Für die technische Eindämmung und Systemwiederherstellung.

  2. Die Cybersicherheits-Hotline der Handwerkskammer (HWK): Für erste Orientierung und Unterstützung.

  3. Die Polizei (ZAC): Für die strafrechtliche Verfolgung und professionelle Beratung.

  4. Deine Cyber-Versicherung (falls vorhanden): Zur Kostenübernahme und Bereitstellung von Notfall-Experten.

Wie kann sich ein Handwerksbetrieb vor zukünftigen Cyberangriffen schützen?

Die drei effektivsten Schutzmaßnahmen sind:

  • Regelmäßige, externe Backups: Daten redundant und getrennt vom Firmennetzwerk sichern (3-2-1-Backup-Regel).

  • Mitarbeiter-Schulungen: Das Team für Phishing-Mails und verdächtige Anhänge sensibilisieren.

  • Mehrfaktor-Authentifizierung (MFA): Alle wichtigen Logins (E-Mail, Cloud, Banking) doppelt absichern.

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