So kannst du diesen Schritt schaffen!

Viele Handwerksbetriebe starten als Ein‑Personen‑Unternehmen und aus zahlreichen Soloselbstständigen werden erfolgreiche Betriebe, die Mitarbeitende einstellen und sogar ausbilden. Genau das ist wichtig für die Zukunft des Handwerks. Denn wenn aus einem Ein‑Personen‑Betrieb ein wachsender Betrieb wird, entstehen Arbeits- und Ausbildungsplätze, Zukunftsperspektiven und stabile regionale Strukturen. Mit der richtigen Unterstützung können aus Einzelkämpfern starke Betriebe werden, die wachsen

Der Wunsch nach Stabilisierung

Soloselbstständige im Handwerk gelten häufig als dauerhaft „kleinstrukturiert“. Doch eine Studie des Instituts für Betriebsführung im Deutschen Handwerk zeigt: Der Wunsch nach personellem Wachstum ist vielfach vorhanden. Was fehlt, sind nicht Motivation oder Ambitionen, sondern tragfähige Rahmenbedingungen: Von vielen Soloselbstständigen wird die eigene Auftragslage als nicht stabil genug eingeschätzt bzw. es wird nicht genügend Einnahmen für Beschäftigte generiert, um Personalkosten und Sozialabgaben zu decken. So ist Wachstum bei vielen gewollt, aber an Bedingungen geknüpft: Nahezu alle Einzelkämpfer/innen, die den Wunsch äußern, Mitarbeitende oder Auszubildende einzustellen, nennen eine stabile Auftragslage und einen ausgebauten, verlässlichen Kundenstamm als Voraussetzung.

Somit scheint personelles Wachstum am Wunsch nach Stabilisierung zu hängen.

Tipps: Wachstum mit Rückendeckung

Für viele Ein‑Personen‑Betriebe ist die Soloselbstständigkeit keine Dauersituation, sondern eine bewusste Start‑ oder Wachstumsphase. Der nächste Schritt wird jedoch nur dann gegangen, wenn er finanziell tragbar ist hinsichtlich Unsicherheiten in der Kalkulation, Liquidität und Planbarkeit. Für viele gilt: Erst wenn die Zahlen stimmen, wird über Mitarbeitende oder größere Anschaffungen nachgedacht.

Unternehmerinnen und Unternehmer über alle Branchen hinweg kennen es: Mit Mitarbeitenden kommen neue Kosten – für Löhne, Fahrzeuge und Werkzeuge. Dafür braucht es schnell hohe und vor allem verlässliche Umsätze. Gleichzeitig bleibt die Unsicherheit, denn schon ein oder zwei unbezahlte Rechnungen können den gesamten Betrieb ins Wanken bringen.

Info

Soloselbstständigkeit ist längst kein Randthema mehr, sondern eine feste Säule im Handwerk: Rund 42 Prozent der etwa 840.000 Handwerksunternehmen bestehen aus nur einer Person (laut Handwerkszählung, ergänzt um Unternehmen ohne Umsatzsteuerpflicht und B2-Handwerke).

Hintergrund der Entwicklung ist zu großen Teilen die wirtschaftlich schwierigen Phase Mitte der 2000er Jahre, in der die Gründung von Unternehmen aus der Arbeitslosigkeit heraus deutlich stärker gefördert wurde („Ich -AG“). Gleichzeitig erleichterte die Novellierung der Handwerksordnung im Jahr 2004 die Öffnung des Handwerks für zulassungsfreie Berufe durch einen Zugang zum Markt für geringer qualifizierte Personen. Vor allem in den zulassungsfreien Handwerken kam es dadurch zu einem starken Anstieg von Neugründungen.

Ansatzpunkte für gezielte Unterstützung

An genau dieser Stelle gibt es Unterstützung: Jeder Soloselbstständige im Handwerk ist Mitglied in einer der bundesweit 53 Handwerkskammern. Sie stehen nicht nur beratend zur Seite, sondern helfen ganz praktisch weiter – auch direkt im Betrieb. Ob Auftragslage, Finanzierung oder nächste Wachstumsschritte: Die Handwerkskammern unterstützen dabei, Risiken fair einzuschätzen und den Betrieb sicher und zukunftsfähig weiterzuentwickeln.

Hier findest Du die für Deinen Betrieb zuständige Handwerkskammer.

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Konkrete Unterstützung – unsere Empfehlungen:

Stabilität vor Wachstum fördern

Empfehlungen zur Fachkräftegewinnung greifen zu kurz, wenn die betriebliche Basis nicht abgesichert ist. Unterstützungsangebote und Betriebsberatung sollten daher zunächst auf Auftragsstabilisierung, Kundenbindung und realistische Finanzplanung abzielen – etwa durch einen Blick auf die Angebotskalkulation, Liquiditätsplanung oder Vertragsgestaltung. Handwerkskammern beraten dich gerne kostenlos. Wir haben dir ein Beispiel der Beratungsthemen der Handwerkskammer Frankfurt-Rhein-Main herausgesucht:

Betriebsberatung

Tragfähig kalkulieren

Personelles Wachstum scheitert oft nicht am Willen, sondern an falscher oder zu enger Kalkulation. Soloselbstständige stellen in der Regel nur tatsächlich geleistete Stunden in Rechnung. Wenn jedoch nur abrechenbare Stunden betrachtet werden, fehlen Puffer für z. B. Krankheits- und Ausfallzeiten, Einarbeitung von Mitarbeitenden, Arbeitgeberanteile, Rücklagen oder die eigene Altersvorsorge. Daher sind Tragfähigkeitsprüfungen wichtige Grundlage, Leute einzustellen.

Risiken realistisch bewerten statt überschätzen und beherrschbar halten

Viele Einzelkämpfer/innen überschätzen Risiken, weil ihnen belastbare Rechenmodelle fehlen, hier sollten reale Kosten, standardisierte Einstellungsrechner, branchenspezifische Fallbeispiele, existierende Fördermöglichkeiten und Einsparpotenziale sichtbar gemacht werden. Ein Personalkostenrechner bietet z. B. das handwerk-magazin. Hiermit kannst Du verschiedene Varianten durchspielen genau sehen, was Mitarbeitende kosten:

Personalkosten Rechner

Einstiege ermöglichen statt sofortiger Vollzeitstellen

Soloselbstständigen erscheint ein vollständiger Personalaufbau oft zu groß. Unterstützt werden können daher gestufte Modelle, z. B. durch Teilzeitkräfte, Assistenzstellen, Minijobs oder sogar geteilte Auszubildende im Verbund.

Mehr Infos

Attraktivität als Arbeitgeber stärken

Um für Nachwuchskräfte attraktiv genug zu sein, helfen wir Dir auf NEXT LEVEL HANDWERK! Stöbere in unserer Bibliothek, schau Dir die Aktionen an, schalte Dich dazu bei den online Live-Events oder schau Dir an, wie es andere Betriebe machen.

Soloselbstständige sind Einzelkämpfer, denen es oft an Sparringspartnern oder Austausch unter gleichgesinnten Unternehmern und Unternehmerinnen fehlt. Daher schau Dich um, es gibt viel Unterstützung da draußen!

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